AUF DES CHEMIKERS SPUREN

Justus von Liebig im Glas

 

Nachdem sich der Gießener Gin immer größerer Beliebtheit erfreut, musste ich einfach einen seiner Macher, Michael Karber,  über das Geheimnis des Wacholderdestillats ausgefragen, welches sich auf einen der größten Chemiker aller Zeiten bezieht.

 

David:

Warum habt Ihr euch dazu entschieden, Gin zu destillieren und wie hat das eigentlich alles angefangen?

Michael Karber:

Wir trinken beide schon lange gerne Gin bzw. G&T und lieben die Vielfältigkeit und Komplexität dieser Spirituose. In der späten Silvesternacht 2016/2017 haben wir uns über Gin unterhalten und es beide bedauert, dass unsere Heimatstadt noch keinen eigen Gin hat, da es im Namen ja eigentlich auf der Hand liegt. Das war der Beginn unserer Reise. Viele Ansatzverfahren in langen Nächten im heimischen Keller, Destillierseminar in Österreich, Recherchen und Experimente später hatten wir eine Rezeptur, mit der wir beide glücklich waren. Da wir beide es als Leidenschaftsprojekt neben unseren Hauptberufen (Michael ist eigentlich Mediadesigner und bringt einen Gastro-Backround aus dem Elternhaus mit und Tobias ist Geschäftsführer einer Unternehmensgruppe im Bereich Werbung & Marketing) betreiben, sind wir auf die Suche nach einem Partner gegangen, der Produktion nach unseren Vorgaben durchführen konnte.
Fündig und glücklich geworden sind wir bei der Schlitzer Destillerie, im Vogelsbergkreis, nicht weit von Gießen entfernt und eine der ältesten Destillen der Welt.

David:

Was verbindet die Stadt Gießen und euren Gin?

Michael Karber:

Sehr viel, was uns auch elementar wichtig ist. Zunächst selbstverständlich das Autokennzeichen unserer Stadt mit der Spirituose, denn GI steckt in Gin. Als Inspiration für unser „Experiment“ natürlich auch der bekannteste Bürger Gießens, der Chemiker Justus von Liebig, dem wir unser Design der Flasche und Etikett gewidmet haben. Unser Alkoholgehalt mit 46 % Vol. ist absichtlich gewählt und ein Gruß an unseren Lieblings-Basketball-Verein, die Gießen 46ers. Dazu haben wir noch weitere „Eastereggs“ und Anekdoten, was aber hier zu lang werden würde.
Auf jeden Fall aber noch das: die 500 ml Flasche kostet bei uns im Webshop 35,39 Euro, was ebenfalls kein Zufall ist und jeder mal selbst rausfinden darf warum.

David

Was macht euren Giessen Dry Gin so besonders?

Michael Karber:

Neben einer runden und ehrlichen Story, natürlich der Geschmack. Er schmeckt gefällig und hat dennoch einen starken Charakter. Wir wollten keinen Gin machen, der z.B. in jedem Cocktail funktionieren kann, sondern einen, der uns an Aromen unserer Heimat und Jugend erinnert. Wir lieben auch das Nosing und sippen ihn auch mal pur, denn trotz seines Alkoholgrades ist er erstaunlich mild!

David:

Welche Botanicals verwendet Ihr für euren Gin?

Michael Karber:

Neben Wacholder sind dies besonders Apfel, Rhabarber und etwas Hibiskusblüte, die für eine fruchtig-komplex Note sorgen. Des Weiteren nutzen wir Botanicals, die diesen Effekt sinnvoll ergänzen und welche, die in vielen Gins enthalten sind um die begleitenden Aromen zu pushen. So komplettieren Kardamom, Vanille, Rosa Beeren, Iriswurzel, Angelikawurzel, Zimt, Zitronenschale & Koriander insgesamt 12 Zutaten – nicht zu viel und nicht zu wenig.

David:

Und zum Schluss – was ist für euch euer Perfect Serve?

Michael Karber:

Wir trinken ihn gerne im Verhältnis 1:3. Mit viel Eis, einem oder mehreren Apfelschnitzen und ein bis zwei getrockneten Hibiskusblüten. Das färbt den GI-N Tonic nach einer Zeit rosé und ist ein schöner Effekt Richtung Justus Liebig. Als Tonic passt für uns Thomas Henry gut. Ich persönlich trinke auch gerne leichte Tonics aus Spanien dazu. Gurke z.B. ist im Gießen Gin nicht die ideale Wahl, es darf aber sehr gerne geforscht werden, weshalb wir alle Botanicals auf der Flaschenrückseite zur Inspiration genannt haben.

David:

Und noch ein kleiner Blick in die Zukunft: Was dürfen wir von euch noch erwarten? Was steht vielleicht 2019 noch an?

Michael Karber:

Wir sind nach vier Monaten auf dem lokalen Markt sehr froh, dass der GI-N so gut ankommt und wir bereits deutschlandweit erstes Interesse wecken konnten. Wir wollen einfach die nächsten Monate gesund nach außen wachsen und freuen uns, wenn sich der Gießen Gin weiter regional und überregional festigen würde. Danach sehen wir, wie es mit Deutschland weiter geht, obwohl wir auch schon einige Bestellungen aus dem Ausland hatten. Weitere Produkte sind natürlich auch denkbar, denn wir haben unser kleines Unternehmen nicht umsonst Gießen Spirits genannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gründer des Gießen Dry Gins Yan-Tobias Ramb und Michael Karber

 

 


Wer Ihn probieren möchte, kann den Gießen Dry Gin hier erwerben: