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eaver’s Dram – Eine Hommage an den Horse’s Neck
Manche Cocktails haben eine lange, faszinierende Geschichte – und der Horse’s Neck gehört definitiv dazu. Sein markantes Aussehen und seine schlichte Eleganz machten ihn über Jahrzehnte hinweg zu einem beliebten Highball. Doch klassische Drinks sind nicht in Stein gemeißelt – sie leben von Neuinterpretationen und modernen Twists. Genau deshalb habe ich mir den Beaver’s Dram Canadian Rye geschnappt und eine eigene Version dieses historischen Cocktails kreiert: den Beaver’s Dram.
Doch bevor wir uns meinem Rezept widmen, lohnt sich ein Blick auf die Herkunft des Horse’s Neck. Wo kommt er her? Wie hat er sich entwickelt? Und was macht ihn so besonders?
Die Geschichte des Horse’s Neck – Ein Highball mit Charakter
Der Horse’s Neck hat seine Wurzeln im späten 19. Jahrhundert und entstand ursprünglich als alkoholfreies Getränk. In einer Zeit, in der Limonaden und Bitterlimonaden immer beliebter wurden, servierte man ein einfaches Mixgetränk aus Ginger Ale mit einer langen, kunstvoll ins Glas gedrehten Zitronenschale. Die Form dieser Schale erinnerte an den geschwungenen Hals eines Pferdes – daher der Name „Horse’s Neck“.
Erst später, als Cocktails mit Spirituosen immer populärer wurden, fand der Horse’s Neck seinen Weg in die Welt der alkoholischen Drinks. Man begann, ihn mit Brandy oder Bourbon zu verfeinern, wobei sich im Laufe der Zeit vor allem die Variante mit amerikanischem Whiskey durchsetzte. So wurde aus einem simplen Erfrischungsgetränk ein stilvoller Highball, der besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Fangemeinde hatte – von Bars in New York bis hin zu britischen Offiziersclubs.
Während der Prohibitionszeit in den USA (1920–1933) erlebte der Horse’s Neck eine ganz besondere Wandlung. Da hochprozentiger Alkohol verboten war, griffen viele Barkeeper auf das ursprüngliche, alkoholfreie Rezept zurück – allerdings mit einem Trick: Statt ihn pur zu servieren, wurde er oft mit einem Schuss geschmuggelten Whiskeys „veredelt“. Nach dem Ende der Prohibition festigte sich der Horse’s Neck als klassischer Highball und hielt sich viele Jahrzehnte auf den Barkarten rund um die Welt.
Der Horse’s Neck heute – Ein zeitloser Klassiker mit Spielraum für Kreativität
Highballs haben in den letzten Jahren eine echte Renaissance erlebt. Während Cocktails mit vielen Zutaten und aufwendigen Techniken zeitweise im Vordergrund standen, kehren viele Bartender heute wieder zu schlichten, aber raffinierten Drinks zurück. Der Horse’s Neck passt perfekt in diesen Trend: Wenige, hochwertige Zutaten, die für sich sprechen.
Doch gerade weil das Rezept so simpel ist, bietet es viel Spielraum für kreative Neuinterpretationen. Je nachdem, welche Spirituose man verwendet, kann man dem Drink eine völlig neue Richtung geben. Bourbon bringt süße Karamellnoten, Brandy sorgt für eine weiche Eleganz – und Rye Whiskey verleiht ihm eine würzige, markante Tiefe. Genau aus diesem Grund habe ich mich für meinen Beaver’s Dram entschieden, bei dem ich kanadischen Rye Whiskey als Basis verwende.
Beaver’s Dram – Mein Twist auf den Klassiker
Kanadischer Rye Whiskey hat eine lange Tradition und zeichnet sich durch seine würzigen, oft leicht fruchtigen Noten aus. Der Beaver’s Dram Canadian Rye bringt genau das mit – eine elegante Kombination aus Pfeffer, Eichenholz und einem Hauch von Toffee. Perfekt für einen modernen, aber dennoch traditionsbewussten Highball.
Der Horse’s Neck hat über 100 Jahre Cocktailgeschichte geschrieben und ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Drinks weiterentwickeln können. Seine Einfachheit macht ihn so zeitlos, aber gerade diese Schlichtheit lädt dazu ein, ihn mit spannenden Zutaten zu variieren.
Mein Beaver’s Dram greift die Grundidee auf, verleiht ihr aber mit kanadischem Rye Whiskey eine neue, moderne Tiefe. Ein Drink für Genießer, die sich gerne auf die feinen Nuancen hochwertiger Zutaten konzentrieren. Ob klassisch oder mit einem Twist – Highballs wie dieser werden nie aus der Mode kommen.
Zutaten
2 dash
100ml
Zubereitung
01
Alle Zutaten mit Eis in ein Rührglas geben und verrühren.
02
Anschließend in einen Tumbler mit Eis abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.